Olli Waldhauer
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Biografie

Olli Waldhauer, geboren 1974 in Geldern, kam über einen Umweg zum Bild. Nach dem Fachabitur in Sozialpädagogik machte er eine Ausbildung zum Altenpfleger. 1994, mit zwanzig, fuhr er während des Jugoslawienkriegs nach Mostar, um zu helfen — und fotografierte dort zum ersten Mal. Danach legte er die Kamera für zehn Jahre weg.

Er kehrte 2013 zurück, zunächst als Fotograf bei den Gezi-Protesten. Mit Farid Eslam drehte er „Istanbul United" (2014) über Fußballfans, die sich auf dem Gezi-Platz plötzlich auf derselben Seite wiederfanden — eingeladen nach Karlovy Vary, Raindance und Tallinn.

Aus den Hilfstransporten des Vereins Everyday Rebels entstand seine bekannteste fotografische Arbeit: „The Forgotten People of Balaban", aufgenommen zwischen 2014 und 2015 an der türkisch-syrischen Grenze in Sichtweite von Kobanê. Zehn Reisen in sechs Monaten, Lebensmittel und Medikamente im Auto, Fußbälle für die Kinder. Am Ende klebten siebzig Kinderporträts an einer Hauswand mit Blick in Richtung Krieg — als Teil des Inside Out Project von JR. Die Fortsetzung, „#unnamedstories", folgt dem Fluchtweg von Kobanê nach Europa.

2015 entstand #nippelstatthetze. Facebook löschte das Foto nach 21 Minuten. Danach ging es viral, bis in die Washington Post.

2019 folgte „Another Reality", gedreht mit Noël Dernesch über drei Jahre — Publikumspreis beim DOK.fest München, Semaine de la critique in Locarno.

Waldhauer lebt in Gera, ist im Vorstand von Everyday Rebels und betreibt mit Noël Dernesch die Ideenschmiede Wildzone Entertainment in Zürich. Derzeit entwickelt er seinen ersten Film in Alleinregie.

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